Im Prozess der Neuorientierung tauchen nicht selten Blockaden auf. Dabei handelt es sich meist um Gedankenmuster, die eine konstruktive Neuaufstellung ausbremsen. Es gilt, solch destruktiven Denkmuster wahrzunehmen und sie durch Hinterfragung sowie Selbsterlaubnis aufzulösen.

Ein typisches Blockade auslösendes Denkmuster steckt im Gedanken „Es geht nur entweder oder“, gepaart mit „Ich muss mich entscheiden!“. Dieses Gedankenmuster erzeugt großen Druck im Prozess der Neuorientierung . Denn gerade Künstler*innen sind häufig in ihren Interessen und Begabungen sehr breit aufgestellt. Die meisten haben z.B. ein Interesse an Körperarbeit UND an künstlerischen Tätigkeiten. Beides verbindet sich im Tanz auf idealtypische Weise. Die Idee, sich nun für die Zeit nach der Neuaufstellung zwischen beidem entscheiden zu müssen, ruft verständlicherweise einen großen Widerwillen und damit auch Druck hervor. An solchen Stellen hilft es zu fragen: Warum sollte ich mich denn überhaupt zwischen beidem entscheiden? Kann ich nicht beide Begabungen weiter verfolgen? Diese Form der Hinterfragung von blockierenden Denkmustern öffnet die Perspektive auf neue Weise und bringt manchmal sogar neue Ideen hervor.

Noch weiter wird die Perspektive geöffnet, wenn man sich selbst grundsätzlich die Erlaubnis gibt, alle Begabungen weiter leben zu dürfen. Dies kann parallel geschehen, denn Patch-Work-Karrieren sind heutzutage keine Seltenheit und so finden sich Pilatestrainer, die auch als Fotograf*innen arbeiten oder Tanzpädagogen, die auch Malkurse geben usw. Eine weitere Möglichkeit ist die Verbindung verschiedener Interessen und Begabungen zu etwas völlig Neuem, was es bisher in dieser Form noch nicht gab. So könnte z.B. ein Pilatesstudio entstehen, in dem alle 4 Wochen eine Kunstausstellung läuft und bei deren Vernissage eine Tanzperformance zu sehen ist. Die Kombinationsmöglichkeiten sind sozusagen unendlich. Gerade Künstler*innen aller Sparten dazu prädestiniert neue Berufe und Unternehmungen zu erschaffen. Deshalb plädieren wir für das Sowohl-als-auch anstatt des Entweder-oder! Schaffen Sie neue Verbindungen und lassen Sie sich nicht von negativen Denkmustern ausbremsen!

Wenn Sie dabei Begleitung benötigen, melden Sie sich gern.

Heike Scharpff, veröffentlicht im Newsletter der Stiftung TANZ, Januar 2018

Sowohl als auch!

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